Häufige Fragen

Die rechtliche Vorsorge für den Notfall ist wichtig - aber oft auch unnötig kompliziert. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier zusammengestellt. Ihre Frage ist nicht dabei? Nutzen Sie unsere Chatfunktion!

Allgemeines

Wenn Ihre Kinder 18 Jahre alt sind, können Sie für Ihre Kinder nicht mehr entscheiden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll und auch notwendig wenn auch Ihre Kinder eine Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung erstellen, um für den Notfall Vertrauenspersonen festzulegen.

Sie können die Vertrauensperson (= Bevollmächtigter) in der Vollmacht ändern. Danach drucken Sie Ihre Vollmacht mit dem neuen Bevollmächtigten aus und unterschreiben diese auf jeder Seite. Sie können nun die neue Vollmacht in Ihre Vorsorgemappe von an Alles gedacht legen. Die alte Vollmacht sollten Sie vernichten!

Im Notfall z.B. nach einem Unfall müssen schnell Ihre Vertrauenspersonen benachrichtigt werden können. Wenn Sie den Ausweis immer in der Brieftasche bei sich tragen, kann über den QR-Code oder die Internet-Adresse Ihre persönliche Notfallseite angesehen werden. Hier können Sie die Kontaktdaten Ihrer Vertrauenspersonen, Ihres Hausarztes und die Existenz von Vollmachten und Verfügungen hinterlegen.

Generell nein!

Aber um die Frage umfassend zu beantworten, ist es notwendig zu wissen, welche Informationen in dem Vorsorgeregister erfasst werden. Dies sind

- Wer ist der Vollmachtgeber / Verfügungsersteller?

- Welche Vollmachten und Verfügungen existieren?

* Vorsorgevollmacht ja/nein ( und für welche Themenbereiche)

* Betreuungsverfügung ja/nein

* Patientenverfügung ja/nein

- Wer sind die Bevollmächtigten / Betreuer und Ihre Kontaktdaten?

- In einem Freitextfeld kann der Aufbewahrungsort der Unterlagen angegeben werden.

Die Vollmachten und Verfügungen selbst sind nicht hinterlegt!

Damit entsprechen diese Informationen denen, die auch über den Notfallausweis von an Alles gedacht abgerufen werden können. Hier können allerdings weitere wichtige Informationen, wie z.B. wer ist der Hausarzt, mit angegeben werden. Dies kann bei einem medizinischen Notfall für die behandelnden Ärzte sehr hilfreich sein.

Weiterhin sind hier Änderungen, die Sie zum Beispiel bei Ihren Bevollmächtigten in der Vorsorgevollmacht von an Alles gedacht vornehmen, direkt verfügbar.

Der Eintrag im Vorsorgeregister kann sinnvoll sein, wenn Sie z.B. nicht regelmäßig im Kontakt mit Ihren Bevollmächtigten sind, weil diese eventuell weit entfernt wohnen und diese damit nicht aktiv die Vollmachten und Verfügungen nutzen können, in dem Fall, dass der Notfallausweis nicht gefunden oder genutzt wurde.

Für den Fall können Sie die Hinterlegung unter http://www.vorsorgeregister.de/ selbst vornehmen.

Die Kosten betragen bei der Online-Anmeldung

- 13,00€ im Lastschriftverfahren, 15,50€ bei sonstigen Zahlverfahren inkl. einem Bevollmächtigten

- Jeder weitere Bevollmächtigte 2,50€

Bei der postalischen Anmeldung betragen die Kosten

- 16,00€ im Lastschriftverfahren, 18,50€ bei sonstigen Zahlverfahren inkl. einem Bevollmächtigten

- Jeder weitere Bevollmächtigte 3,00€

Eine ärzliche Zwangsmaßnahme wird nur dann durchgeführt, wenn sie im Interesse des Betroffenen liegt und dadurch Gefahr für den Betroffenen abgewendet werden kann. Sie findet dann statt, wenn der Betroffene selbst nicht einwilligen kann z.B. bei Demenz oder Bewußtlosigkeit. Dies kann sein eine Untersuchung des Gesundheitszustandes, eine ärztliche Heilbehandlung oder ein ärzlicher Eingriff.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, zusätzlich zu Ihrem persönlichen Komplettpaket, Pakete fürFamilienangehörige oder Freunde(z.B. Ehe- oder Lebenspartner, volljährige Kinder) zu einem ermäßigten Preis von 49,00 Euro je Paket zu kaufen. Bei der Kaufabwicklung Ihres persönlichen Komplettpaketes können Sie so viele „Familie und Freunde“ – Pakete zusätzlich kaufen, wie sie möchten. Sie geben die E-Mail-Adresse desjenigen an, für den Sie kaufen. Die genannte(n) Person(en) erhalten nach Kaufabschluss eine Information per E-Mail und müssen sich über den genannten Link nur noch registrieren und einloggen. Der Kauf der „Familie und Freunde“ – Pakete ist gleichzeitig mit oder nach dem Kauf Ihres Komplettpaketes jederzeit möglich. Die freigeschalteten Pakete "Familie und Freunde" haben den gleiche Umfang wie das Komplettpaket.

Mit dem Komplettpaket für Sie, sowie dem Familie und Freunde-Komplettpaket, werden die Daten Ihrer Vollmachten und Verfügungen für 6 Monate gespeichert. Nach dieser Zeit können Sie keine Inhalte mehr ändern. Der Gesetzgeber empfiehlt die Vollmachten und Verfügungen in regelmäßigen Zeitabständen zu überprüfen. Vielleicht möchten oder müssen Sie die Vertrauenspersonen ändern oder Ihre Einstellung zur Patientenverfügung hat sich geändert. Mit dem Update-und Notfallservice erhalten Sie jeweils für ein weiteres Jahr die Möglichkeit, Daten zu ändern und Dokumente zu drucken. Außerdem werden Sie mit diesem Service einmal jährlich an die empfohlene Überprüfung erinnert, auch bei relevanten Gesetzesänderungen.

Die Notfalldaten bleiben dauerhaft gespeichert, auch ohne Update- und Notfallservice, können aber nicht mehr von Ihnen bearbeitet werden.

Den Update- und Notfallservice können Sie nicht in Verbindung mit dem Kauf von Einzeldokumenten erwerben. Dies ist nur möglich in Zusammenhang mit dem Komplettpaket, sowie dem Familie und Freunde-Komplettpaket.

Folgende Leistungen umfasst Ihr „Komplettpaket Notfallvorsorge“:

Ihre Daten werden nun 6 Monate lang gespeichert. Sie können während dieser Zeit jederzeit Änderungen an Ihren Dokumenten vornehmen. Sie haben nun auch dauerhaften Zugriff auf Ihre Notfalldaten, abrufbar über den Notfallausweis.

Wenn Sie mit der Erstellung der Dokumente fertig sind, fordern Sie Ihre persönliche Vorsorgemappe an, denn wirksam sind Ihre Dokumente nur „analog" - mit Ihrer eigenhändigen Unterschrift. Und man sollte wissen, wo sie zu finden sind.

Die Vorsorgemappe ist Bestandteil des Komplettpaketes (einmalig). Sie beinhaltet:

-Eine Mappe mit allen bis dahin von Ihnen erstellten Vollmachten und Verfügungen. Die Mappe hat Platz für alle Ihre Vorsorgeunterlagen, Nachlassverfügungen, Bestattungsverfügungen und vieles mehr.

-Einen personalisierten Notfallausweis für die Brieftasche. Über den QR-Code können im Notfall Kontaktdaten von Vertrauenspersonen und Informationen über Vollmachten und Verfügungen abgerufen werden.

-Jeder Bevollmächtigte erhält eine Mappe mit der Kopie der Vollmacht in der er genannt wird. Sie geben diese Mappe an den Bevollmächtigten weiter, damit er auch darüber informiert ist, welche Befugnisse und Pflichten er im Notfall hat.

-Ein Anschreiben in dem Ihnen genau erklärt wird, wie Sie weiter vorgehen sollen.

Sie können Ihre Dokumente auch selber drucken. Hierfür stellen wir Ihnen eine PDF- Datei zur Verfügung. Die Mappe erhalten Sie dann ohne Dokumente, jedoch mit Anschreiben und Notfallausweis.

Wenn Sie nach Erhalt der Vorsorgemappe Ihre Dokumente verändern, erhalten Sie eine PDF-Datei zum Ausdrucken zuhause.

Ihre Daten werden 6 Monate gespeichert.


Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Nein. Ein Betreuer wird ausschließlich durch das Gericht ernannt. Sie können in Ihrer Betreuungsverfügung eine geeignete Person benennen. In der Regel wird das Gericht dem Vorschlag folgen. Dadurch verhindern Sie, dass ein Fremder ernannt wird.

Wenn Sie selber nicht mehr in der Lage sind Ihre Angelegeheiten zu regeln, darf ein Ehepartner oder naher Angehöriger nicht automatisch z.B. über Ihr Konto verfügen. In solchen Fällen entscheidet das Betreuungsgericht, ob ein staatilicher Betreuer eingesetzt wird. Mit der Vorsorgevollmacht verhindern Sie dies und ihr Bevollmächtigter kann Ihre Angelegenheiten regeln, wie z.B. Rechnungen oder Miete zahlen.
In der Vorsorgevollmacht können Sie im Detail festlegen, welche Befugnisse der Bevollmächtigte erhält.

Nein, nur in ca. 50% der Fälle setzt das Gericht einen Angehörigen als Betreuer ein. Dieser muss dann, wie ein fremder Betreuer, Anträge stellen, um Ausgaben zu tätigen und dem Gericht gegenüber Rechenschaft ablegen. All dies können Sie durch Regelungen in einer Vorsorgevollmacht vermeiden. Der Bevollmächtigte kann dann für das Thema, für das Sie ihn bevollmächtigen für Sie Entscheidungen treffen.

Den Bevollmächtigen bestimmen Sie in Ihrer Vollmacht für bestimmte Lebensbereiche und er unterliegt kaum einer gerichtlichen oder behördlichen Kontrolle. Der Betreuer wird vom Gericht bestellt und ist dem Gericht gegenüber Rechenschaft schuldig.

Ihr Bevollmächtigter/ Betreuer sollte volljährig und geschäftsfähig sein, keinen Eintrag bei der Schufa haben, keine Vorstrafen haben, über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und sein Wohnort sollte nicht weit von Ihnen entfernt sein. Benennen Sie auch einen Vertreter / eine Vertreterin, falls der Bevollmächtigte verhindert ist.

Sie sollten jemanden wählen, dem Sie vertrauen und der sich gewissenhaft um Ihre Angelegenheiten kümmert, wenn Sie dies nicht mehr selber können. Der Bevollmächtigte trifft für Sie Entscheidungen für Themen für die Sie ihn bevollmächtigen, so z.B. in finanziellen Fragen, einer Heimunterbringung oder bei gesundheitlichen Fragen. Im Falle der Betreuungsverfügung wird das Gericht überprüfen, ob die von Ihnen vorgeschlagenen Betreuer für diese Aufgabe geeignet sind.

All ihre Vollmachten und Verfügungen sollten Sie an einem Ort aufbewahren, an dem sie gut gefunden werden, am besten in Ihrer Mappe von an Alles gedacht, die Sie zusammen mit dem Notfallausweis erhalten haben. Auf Ihrer persönlichen Notfallseite, die mit dem QR Code oder der Internet-Adresse vom Notfallausweis angezeigt werden kann, sollten Sie auch diesen Ort nennen. Ihre Bevollmächtigten sollten auf jeden Fall über den Aufbewahrungsort informiert sein.

Zusätzlich können Sie das Vorliegen einer Vollmacht oder Verfügung im Zentralen Vorsorgeregister bei der Bundesnotarkammer melden. (www.vorsorgeregister.de) Die Informationen im Vorsorgeregister entsprechen im Wesentlichen den Daten die über den QR-Code oder die Internet-Adresse auf Ihrem Notfallausweis abgerufen werden können.

(Siehe auch unter Allgemeine Fragen “Vorsorgeregister”)

Nein. Nur für besondere Geschäfte wie z.B. Grundstücks- und Darlehensgeschäfte muss eine notarielle Beglaubigung vorliegen. Falls Sie in Ihrer Vorsorgevollmacht solche Geschäfte vorsehen, ist eine Beglaubigung notwendig.

Nein, die Vollmacht tritt erst in Kraft, wenn Sie selber nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Bis dahin dürfen die Bevollmächtigten von der Vollmacht keinen Gebrauch machen. Die Bevollmächtigten können ihre Berechtigung nur durch Vorlage der von Ihnen unterschriebenen Originale ausweisen.

Ja, allerdings verlangen die Banken meist eine eigene Depot- und Kontenvollmacht. Allerdings gibt es dazu ein neues Urteil, das die privat erstellten Vorsorgevollmachten in der Wirksamkeit auch gegenüber Banken und Sparkassen stärkt:
Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg- rechtskräftiger Beschluss vom 30.08.2017- 301 T 280/17 = FamRZ 2018, 773 f. – müssen Banken eine von ihren Bankkunden aufgesetzte privatschriftliche Vollmacht, in welcher der/die Bankkunde/in einen Dritten mit dem Führen von Bankangelegenheiten bevollmächtigt haben, grds. akzeptieren.
Hintergrund war ein Fall, in welchem die Sparkasse der Tochter einer 82-jährigen Kundin, die an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung litt und sich zum Sterben im Hospiz befand, den Zugriff auf das Konto trotz vorgelegter Vollmacht verweigerte. Stattdessen sollte die Tochter der Bankkundin ihre Mutter aus dem Hospiz in einem Rollstuhl in eine Filiale der Sparkasse bringen, um sie dort eine entsprechende von der Bank formulierte Vollmacht unterschreiben zu lassen. Die Tochter der Bankkundin war aufgrund der Verweigerungshaltung der Sparkasse daher gehalten, beim zuständigen Amtsgericht – Betreuungsgericht – die Bestellung als Betreuerin ihrer Mutter gerichtlich zu beantragen. Mit Beschluss vom 03.05.2017 stellte das Amtsgericht das von der Tochter eingeleiteten Betreuungsverfahren ein, weil die vorgelegte erteilte Vollmacht einer Betreuung vorrangig sei. Gegen den Betreuungsbeschluss des Amtsgerichts musste die Tochter der Bankkundin Beschwerde einlegen, weil sich die Sparkasse immer noch weigerte, die von ihr vorgelegte Vollmacht zu akzeptieren. Zur Begründung legte die Tochter ein ärztliches Attest vor, aus dem sich ergab, dass ihre Mutter aufgrund ihrer schweren Krebserkrankung im Endstadium nicht mehr in der Lage ist, das Bett zu verlassen und sich persönlich um ihre Bankgeschäfte zu kümmern. Weiter führte sie aus, dass die Sparkasse sich trotz vorgelegter Vollmachtsurkunde und des ärztlichen Attests weiterhin weigern würde, die Vollmacht zu akzeptieren und ihr als Bevollmächtigter Zugriff auf das Konto ihrer Mutter zu gewähren. Nach persönlicher Anhörung durch das Betreuungsgericht ordnete das Gericht eine gesetzliche Betreuung mit dem Aufgabenbereich der Vermögenssorge an und setzte die Tochter der Bankkundin als Betreuerin ein. Die Kosten des Betreuungsverfahrens erlegte sie der Sparkasse auf.
Gegen die Kostenentscheidung legte die Sparkasse Beschwerde ein.
Das Landgericht hat die Beschwerde gegen die Kostenentscheidung als unbegründet zurückgewiesen.
Das Landgericht geht davon aus, dass das Betreuungsgericht der kontoführenden Sparkasse zu Recht die Kosten des Verfahrens der Betreuungseinrichtung auferlegt hat. Nach § 81 Abs. 4 FamFG kann das Gericht auch einem am Verfahren nicht beteiligten Dritten die Kosten auferlegen, wenn die Tätigkeit des Gerichts durch ihn „veranlasst wurde“ und ihn ein „grobes Verschulden“ trifft. Diese Voraussetzungen sah das Landgericht hier als gegeben an. Das Gericht sah es weiter als erwiesen an, dass die gerichtliche Tätigkeit mit dem Ergebnis der Betreuungseinrichtung durch Beschluss durch die Verweigerungshaltung der Sparkasse veranlasst worden sei. Aufgrund der auch nach Vorlage der Vollmachtsurkunde weiterhin bestehenden Nichtakzeptanz der Vollmacht durch die Sparkasse, sei die Tochter der Bankkundin als Vollmachtnehmerin faktisch an der Ausübung ihrer Vermögenssorge gehindert gewesen. So bliebe ihr nichts anderes übrig, als den entsprechenden Antrag beim Gericht zu stellen. Ansonsten hätte sie kein Geld für die Betroffene abheben und ihr dies zukommen lassen können. Vor diesem Hintergrund hat die Sparkasse das Verfahren veranlasst mit der notwendigen Kostenfolge. Die Sparkasse trifft darüber hinaus im Hinblick auf die Veranlassung des Verfahrens ein grobes Verschulden im Sinne des § 81 Abs. 4 FamFG. Sinn und Zweck von Vorsorgevollmachten ist es, gerichtlich kostspielige Betreuungsverfahren zu vermeiden. Das Gericht stellte klar, dass wenn im Falle einer vorgelegten Vorsorgevollmacht keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass diese nicht ordnungsgemäß ausgestellt worden ist bzw. nicht mehr dem Willen des Vollmachtgebers entspricht, etwa weil die Vollmacht nicht in dessen Interesse ausgeübt wird, eine Vorsorgevollmacht regelmäßig einem gerichtlichen Betreuungsverfahren vorgeht. Kann die Unwirksamkeit einer Vorsorgevollmacht nicht positiv festgestellt werden, bleibt es somit bei der wirksamen Bevollmächtigung. Eine Vorsorgevollmacht steht daher der Bestellung eines Betreuers grundsätzlich entgegen, vgl. BGH, FamRZ 2017, 1777, m.w.N.
Für die Praxis ist diese Entscheidung von gravierender Bedeutung:
Unter Berücksichtigung vorstehender Ausführungen können Banken nicht einfach – wie das bislang bei nahezu allen Banken durchaus üblich ist – privatschriftlich errichtete Vorsorgevollmachten ablehnen. Auch der Hinweis, dass sie nur notariell errichtete Vorsorgevollmachten anerkennen würden, ist ihnen nicht gestattet. Auch wenn die Bank behauptet, dass beim jeweiligen Kunden aufgrund einer schweren körperlichen Erkrankung auch eine psychische Beeinträchtigung vorliegen könnte, die gegebenenfalls einer wirksamen Errichtung einer Vorsorgevollmacht entgegensteht, so sind dies oft nur Behauptungen „ins Blaue hinein“, die weder durch die ärztlichen Atteste noch durch persönliche Anhörung des Gericht gestützt werden können.
Das Gericht hat bei seiner Entscheidung auch das Interesse der Banken zu Vermeidung einer etwaigen Schadensersatzpflicht bei Zahlung mit schuldbefreiender Wirkung berücksichtigt. Im o. g. Fall hat das Gericht darauf hingewiesen, dass es der Bank freisteht, sich bei dem/der Bankkunden/in ggf. selbst nach der Richtigkeit der Vollmacht zu erkundigen. Sofern der Bank keine konkreten Anhaltspunkte für eine Unwirksamkeit der erteilten Vollmacht vorliegen, verstößt die Nichtbeachtung einer solchen Vollmacht gegen die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße. Auch ein Hinweis auf die Verwendung eigener Allgemeiner Geschäftsbedingungen, die zu beachten wären, stellt einen solchen Verstoß dar. Auch kann die Bank keinen Verweis auf weitere, durch die Vollmachtnehmerin zu leistende Darlegungen und Bescheinigungen zur Frage der Geschäftsfähigkeit der Betroffenen verlangen. Sofern- wie im vorliegenden Fall- keine Anhaltspunkte für eine Unwirksamkeit der erteilten Vollmacht vorliegen, verstößt die Nichtbeachtung einer solchen Vollmacht gegen die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt. Soweit das Amtsgericht mit dem angegriffenen Beschluss die Kosten des Verfahrens daher der Sparkasse auferlegt hat, handelt es sich zwar grds. um eine Ermessensentscheidung, wobei Ermessensfehler aber nicht ersichtlich sind.
Für den Rechtsverkehr bedeutet dies, dass die Banken den Bevollmächtigten nicht mehr – wie dies bisher üblich ist – mit dem Hinweis, dass privatschriftlich errichtete Vollmachten bei ihnen nicht gelten, abweisen können. Es ist auch nicht richtig, dass nur bankeigene Vollmachten gelten würden. Die Bank muss grundsätzlich auch privatschriftlich erteilte Vorsorgevollmachten mit dem Aufgabenkreis Vermögenssorge beachten. Es steht ihr dabei frei zu überprüfen, ob der Bankkunde selbst die Bevollmächtigung wünscht. Dies ist ohne größere Kosten durch ein einfaches Telefonat leicht erledigt.


Patientenverfügung

Ja, jederzeit. Aber Sie sollten bedenken, dass es zu spät ist, wenn Sie so krank sind, dass Sie sich nicht mehr äußern können.

Die Änderung oder der Widerruf sollte auf jeden Fall schriftlich erfolgen.

Sie sollten also in regelmäßigen Zeitabständen ihre Verfügung überdenken und durch eine erneute Unterschrift mit Datum bestätigen oder sie vernichten. In Ihrem Vorsorgeportal AnAllesGedacht können Sie jederzeit Änderungen vornehmen, die Verfügung neu ausdrucken und in Ihrer Mappe austauschen.

Wenn Sie keine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht haben, müssen sich Ärzte bestimmte Eingriffe von rechtlich berechtigten Personen genehmigen lassen. Wenn keine Vorsorgevollmacht für gesundheitliche Themen oder eine Patientenverfügung vorliegt, schalten Sie das Betreuungsgericht ein, welches einen Betreuer ernennt. Dieser entscheidet dann mit dem Arzt über medizinische Maßnahmen.

Ein Arzt darf in Notsituationen keine wertvolle Zeit mit der Suche nach Dokumenten verbringen. Es wird in jedem Fall eine medizinische Erstversorgung erfolgen.

Wenn Sie den an Alles gedacht Notfallausweis in Ihrer Brieftasche mit sich führen, können Ärzte sehr schnell über den QR-Code oder die Internet-Adresse Ihre persönliche Notfallseite sehen. Hier sind sie schnell informiert über die Kontaktdaten Ihrer Vertrauenspersonen, Ihres Hausarztes und das Vorliegen von Vollmachten und Verfügungen.

All ihre Vollmachten und Verfügungen sollten Sie an einem Ort aufbewahren, an dem sie gut gefunden werden, am besten in Ihrer Mappe von an Alles gedacht, die Sie zusammen mit dem Notfallausweis erhalten haben. Auf Ihrer persönlichen Notfallseite, die mit dem QR Code oder der Internet-Adresse vom Notfallausweis angezeigt werden kann, sollten Sie auch diesen Ort nennen. Ihre Bevollmächtigten sollten auf jeden Fall über den Aufbewahrungsort informiert sein.

Zusätzlich können Sie das Vorliegen einer Vollmacht oder Verfügung im Zentralen Vorsorgeregister bei der Bundesnotarkammer melden. (www.vorsorgeregister.de) die Informationen im Vorsorgeregister entsprechen im Wesentlichen den Daten, die über den QR-Code oder die Internet-Adresse auf Ihrem Notfallausweis abgerufen werden können.

Jeder, der regeln möchte, wie er medizinisch behandelt werden will, wenn er selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist. Sie legen hier Ihre Wünsche dar, wie Sie behandelt werden möchten aber auch was unterbleiben soll. Die Patientenverfügung sollte immer begleitet werden von einer Vorsorgevollmacht. Die Vorsorgevollmacht hilft Ihrer Vertrauensperson Ihre Wünsche und Vorstellungen, die Sie in der Patientenverfügung dokumentieren, durchzusetzen.

Sie haben ein Selbstbestimmungsrecht, das der Arzt respektieren muss. Die Grenze dieses Rechts sind Handlungen, die gegen das ärztliche Standesrecht oder gegen Gesetze verstoßen.

Ärzte sind daran gebunden, wenn es auf die konkrete Situation anwendbar ist und wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dass sich Ihr Wille geändert hat.

Der Arzt prüft, welche Maßnahmen im Hinblick auf Gesamtzustand und Prognose zu empfehlen sind und entscheidet mit der Vertrauensperson, die Sie in der Vorsorgevollmacht bestimmt haben.

Vermeiden Sie in der Patientenverfügung allgemeine Formulierungen. Besprechen Sie einige Themen mit Ihrem Hausarzt. Erneuern Sie die Unterschrift einmal im Jahr, damit gewährleistet und erkennbar ist, dass dies Ihre aktuellen Wünsche sind.

Sie können in der Patientenverfügung auch vermerken, ob Sie im Falle Ihres Todes Organe für Transplantationen zur Verfügung stellen. Eine Organspende erfordert jedoch medizinische Maßnahmen, die vielleicht im Widerspruch zu Ihren anderen Regelungen stehen, so z.B. Lebenserhaltung um die Organe funktionsfähig zu halten oder Medikamentengabe und künstliche Ernährung.

Nein. Die Patientenverfügung muss aber aus freiem Willen verfasst werden. Sie können sich auch mit Vertrauenspersonen oder Ihrem Hausarzt beraten.

Es ist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll die Patientenverfügung, die Sie nach Beratung mit Ihrem Hausarzt erstellen, auch von ihm bestätigen zu lassen. Auch erkennt der Sie später behandelnde Arzt, dass Sie sich intensiv mit dem Thema befasst haben und Sie sich über die Bedeutung bewusst sind.

Sobald Sie die neue Patientenverfügung unterschrieben haben, vernichten Sie die alte. In Ihrer an Alles gedacht Vorsorgemappe sollen nur aktuelle Dokumente liegen. Ihre Notfalldaten brauchen Sie nicht zu ändern.

Es ist nicht vorgeschrieben, eine Patientenverfügung gilt bis auf Widerruf. Da sie aber Ihren aktuellen Willen darstellen soll und dieser sich ändern kann, sollten Sie spätestens alle 2 Jahre, wenn sich nichts ändert, die Verfügung mit dem aktuellen Datum unterschreiben. Eine Änderung wäre nötig, wenn sich in der Zwischenzeit Ihr Gesundheitszustand verändert oder aktuell eine Operation bevorsteht. In Ihrem Vorsorgeportal an Alles gedacht können Sie jederzeit Änderungen vornehmen, die Verfügung neu ausdrucken und in Ihrer Mappe austauschen.


Sorgerechtsverfügung

Mit einer Sorgerechtsverfügung legen Sie einen Vormund fest, der die Kinder im Falle des Todes eines oder beider Sorgeberechtigten bis zur Volljährigkeit betreut. Wenn beide Eltern versterben, bestimmt das Familiengericht eine Person als Vormund der Kinder. Dies könnte eine Person sein, die Sie sich selbst nicht für die Betreuung der Kinder wünschen.

In der Sorgerechtsverfügung benennen Sie eine Person, die das Familiengericht zum Vormund Ihrer Kinder benennen soll.

Ja. Eine Sorgerechtsverfügung muss von Ihnen handschriftlich verfasst, mit Orts- und Datumsangabe versehen und unterschrieben werden.

Bei an Alles gedacht können Sie eine Verfügung erstellen, die Sie dann eigenhändig abschreiben und in Ihrer Vorsorgemappe aufbewahren. Die Sorgerechtsverfügung muss von allen Sorgeberechtigten unterschrieben werden, bzw. von einem Elternteil, wenn er das alleinige Sorgerecht hat.

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